Ergebnisse 2018 – Teilprojekt „Erosionsschutz“

Mit Stand Dezember 2018 sind in den vier Gewässerschutz-Kooperationen 57 Landwirtschaftsbetriebe in die Arbeit im Teilprojekt „Erosionsschutz“ involviert. Tabelle 1 gibt eine Übersicht zur Anzahl der beteiligten Kooperationsbetriebe sowie zur Größe der im Projekt bearbeiteten landwirtschaftlich genutzten Flächen (LF). Insgesamt werden gegenwärtig 80.130 ha LF in den 4 Kooperationsgebieten betreut.

Tabelle 1:
Anzahl der in den Gewässerschutzkooperationen im Teilprojekt „Erosionsschutz“ mitwirkenden Landwirtschaftsbetriebe und der damit abgedeckte Umfang an landwirtschaftlich genutzten Flächen (LF)  – Entwicklung 2009 bis 2018

    Anzahl der Betriebe Landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) in ha
Kooperation Kreis 2009 2010 2011 2016 2017 2018 2009 2010 2011 2016 2017 2018
Nord KYF 8 8 8 8 8 8 11.728 11.728 11.728 11.728 11.728 11.728
  NDH   14 14 14 14 14   20.534 20.534 20.534 20.534 20.534
Mitte WAK           1           4.100
  AP           2           3.329
Ost ABG     14 15 15 15     12.889 13.154 13.154 13.154
  GRZ     6 6 6 6     11.196 11.196 11.196 11.196
  SOK           4           5.237
Süd HBN       6 6 6       9.603 9.603 9.603
  SM         1 1         1.250 1.250
Gesamt   8 22 42 49 50 57 11.728 32.261 56.346 66.214 67.464 80.130

Die bisherigen Ergebnisse der Arbeit im Teilprojekt „Erosionsschutz“ von 2009 bis 2018 zeigen für die Gewässerschutzkooperationen Nord-, Ost-, Süd- und Mittelthüringen, dass die Kooperationsbetriebe:

  • für die Erfüllung der Greening-Auflagen vielfach den Anbau von Zwischenfrüchten nutzen und damit dem Erosionsschutz Rechnung tragen,
  • Mulchsaatverfahren (z. B. zu Mais) erproben bzw. schon in ihrem Betriebsablauf etabliert haben,
  • nach eigenen Lösungen suchen, den Erosionsschutz auf gefährdeten Ackerflächen zu verbessern; z. B. die Anlage von Sommergerstenstreifen als Erosionsschutzmaßnahme auf Zuckerrübenflächen; diese Streifen bewirken, dass in der kritischen Phase nach der Aussaat bis zum Reihenschluss des Bestandes in Hanglage das abfließende Wasser abgebremst und die Infiltration in den Boden gefördert wird,
  • vermehrt an Gewässer angrenzende Schläge mit Erosionsschutzstreifen säumen und damit einerseits in Gefährdungssituationen den Eintrag von Bodenmaterial in diese Gewässer mit dem abfließenden Niederschlagswasser vermeiden oder erheblich reduzieren und andererseits dadurch auch den Vorsorgeaspekt hinsichtlich einzuhaltender Abstandsvorgaben in Bezug auf Düngung und Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) berücksichtigen, und
  • die seit 2018 intensivierte Beratung und das Monitoring zur Effizienzkontrolle von umgesetzten Erosionsschutzmaßnahmen auf hoch erosionsgefährdeten („Hotspot“) Flächen gut angenommen wird (Fallbeispiel siehe unten).

In der Diskussion mit den beteiligten Landwirtschaftsbetrieben wurde aber auch deutlich, dass

  • die Umsetzung von dauerhaften Erosionsschutzmaßnahmen wie die Anlage von Erosionsschutzstreifen (z. B. als Grünland) zur Verkürzung der erosiv-wirksamen Hanglängen dadurch behindert werden, dass diese spätestens im fünften  Jahr umgebrochen werden müssen, um eine Umwidmung von Ackerland in Grünland zu verhindern und
  • aufgrund der gegenwärtigen Diskussion im Zusammenhang mit einem möglichen Glyphosat-Verbot und/oder möglichen neuen Regelungen beim Greening die Umsetzung nachhaltiger Erosionsschutzmaßnahmen teilweise als nicht mehr wie bislang umsetzbar eingeschätzt werden.

    Fallbeispiel – Wirkungsmonitoring einer umgesetzten Erosionsschutzmaßnahme in Ostthüringen:

    In der Projektphase 2018/19 der Gewässerschutzkooperationen werden im Teilprojekt „Erosionsschutz“ insbesondere die Arbeiten zum Wirkungsmonitoring von umgesetzten Erosionsschutzmaßnahmen auf sogenannten „Hotspot“- Flächen intensiviert. An einem ersten Fallbeispiel in Ostthüringen (2018) konnte anhand der eingesetzten Monitoring-Werkzeuge (i) Minidrohnen-Befliegung der erosionsgefährdeten Fläche (Erstellung von hochaufgelösten Luftbildaufnahmen und digitalen Höhenmodellen) und (ii) der Nutzung von GIS-gestützten Modellen (AVErosion, AccumPlus, ab 2019 auch Erosion 3D) gezeigt werden, dass die etablierte Erosionsschutzmaßnahme „Mulchsaatverfahren zu Mais“ auf der untersuchten Fläche einen wirkungsvollen Schutz vor Bodenabtrag nach einem Starkniederschlagsereignis darstellt. Neben den Ergebnissen aus den Modellierungen konnte dieser Effekt durch den Abgleich von Luftbildaufnahmen und den aus den Drohnenbefliegungen erstellten digitalen Höhenmodellen vor und nach dem Erosionsereignis belegt werden
    (siehe Abb. 3).

    Abb. 1.
    Luftbildaufnahme nach einem Starkniederschlagsereignis im Juni 2018 auf zwei in Mulchsaat bestellten Maisflächen (Aufnahme: U.A.S. GmbH).

    Abb. 2.
    Modellierung des potenziellen mittleren jährlichen Bodenabtragszenarios durch Erosion unter der Annahme pflugloser Bodenbearbeitung zu Mais (Modellierung mit AVErosion; erstellt durch die U.A.S. GmbH).

    Abb. 3. 
    Modellierung des potenziellen mittleren jährlichen Bodenabtragszenarios durch Erosion unter der Annahme des Maisanbaus in Mulchsaat (Modellierung mit AVErosion; erstellt durch die U.A.S. GmbH).